|
Mit dem Forschungsprojekt Com.Pakt öffnet das Deutsche Bergbau-Museum Bochum gemeinsam mit dem Deutschen Schiffahrtsmuseum in Bremerhaven, der Informationsgesellschaft in Bremen und dem Dortmunder Institut Input die Museumsarbeit auch für eine breite Öffentlichkeit. Der Chilesalpeter als Pilotthema des übergreifenden Projektes war Anlass, im Rahmen eines Chile-Tages am 13. Juni 2010 dem Museumsbesucher sowohl das Projekt Com.Pakt als auch das Land Chile näher zu bringen. Salpeter hat als bedeutendes Exportprodukt für die Düngemittelindustrie in Europa und als Rohstoff für die Sprengstoffherstellung die Geschichte Chiles geprägt. Nicht umsonst wird Salpeter auch das „Weiße Gold“ der Wüste genannt. Längst ist Salpeter als Düngemittel auf dem europäischen Markt von künstlichen Produkten verdrängt worden. Ob und mit welchen Unterschieden künstliche und natürliche Düngemittel das Pflanzenwachstum beeinflussen wurde an diesem Tag im Experiment gezeigt. Und während die explosiven Eigenschaften des Salpeters als Bestandteil des Schwarzpulvers vorgeführt wurden, fühlte sich so manch ein Besucher zurückversetzt in den Chemieunterricht. Den historischen Blick auf Gewinnung und Transport von Salpeter gewann der Besucher durch einen Vortrag von Prof. Dr. Lars U. Scholl, Leiter des Deutschen Schiffahrtsmuseums in Bremerhaven, und den Dokumentarfilm „Weißes Gold – Das Salz der Wüste“ vom Produzenten-Duo Robert Krieg und Monika Nolte. Der Chile-Tag wurde zudem genutzt, um die vielfältigen Aktivitäten des Projektes Com.Pakt vorzustellen. So konnten sich die Museumsbesucher im multimedialen Exponat „Rondo“ in die Welt des Bergbaus und die Geschichte von Gewinnung, Transport und Verwendung des Chilesalpeters entführen lassen. Ein virtueller Rundgang in 3D durch die ehemalige Oficina „Santa Laura“ dokumentierte die Arbeit der Projektteilnehmer vor Ort in Chile. Doch nicht nur der Chilesalpeter stand an diesem Tag im Mittelpunkt. Vorträge von Dieter Strauss, dem langjährigen Leiter des Goethe-Instituts in Chile, sowie Prof. Dr. Werner Mikus gaben Einblicke in Geschichte und Geografie des Landes. Bei all den verschiedenen Programmpunkten blieb noch genügend Zeit, sich auch der Kultur des Landes zu widmen. Chilenische Weine wurden verkostet und Spezialitäten der chilenischen Küche angeboten. Musikalisch wurde die Veranstaltung begleitet von der lateinamerikanischen Band „Piray“. In den 1970er Jahren von den Brüdern José und Pedro Prado gegründet bieten die Musiker ein reiches Repertoire von Folklore aus den Anden bis hin zu rhythmischen Liedern aus Mittelamerika. Werke lateinamerikanischer und mit Lateinamerika verbundener Künstler wurden – unterstützt von Latin Art – im Rahmen einer Auktion versteigert. Der Erlös und die Spenden der Versteigerung und der gesamten Veranstaltung kamen dem Wiederaufbau einer durch das Erdbeben in Chile zerstörten Schule der Municipalidad Lota zugute. Weitere Informationen zum Projekt finden Sie unter www.com-pakt.net. |
|
|
|
|